News Costa Rica, Teak Inside

Ein Teakbaum strebt immer ans Licht

Einmal jährlich dokumentiert unser erfahrener Forst-Ingenieur Manuel Solis Corrales  den Zustand der Life Forestry Plantagen und das Wachstum der Teakbäume in einem sogenannten „Inventario“. Der costa-ricanische Experte hat an der renommierten Forsthochschule Laboratorio de Productos Forestales sein Fach erlernt und viele Jahre Erfahrungen gesammelt. Für die Life Forestry Group plant und organisiert er sämtliche Arbeiten in den Plantagen.

„Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, heisst es. Birgt es nicht Risiken, eine asiatische Pflanze in grossem Stil in Mittelamerika zu kultivieren?

Manuel Solis Corrales: Anfangs wusste man nicht, ob die Bäume überhaupt in dieser Region wachsen. Doch wurde Teak bereits vor über 50 Jahren in Zentral- und Südamerika eingeführt. Es zeigte sich, dass die Pflanzen in dieser Gegend hervorragend gedeihen, und man begann, mehr und auch grössere Plantagen anzulegen. Ausserdem blieben die Bäume hier von Krankheiten verschont. Viele natürliche Feinde des Teaks, mit denen man in Asien zu kämpfen hat, sind in Costa Rica bisher nicht aufgetreten. Käufer in Deutschland achten zunehmend darauf, ob Holzprodukte FSC-zertifiziert sind.

Wirkt sich das wachsende Umweltbewusstsein auf die Forstwirtschaft in Costa Rica aus?
Arbeiten Sie heute anders als Anfang der 90er-Jahre?

Manuel Solis Corrales: Nein. Denn schon bevor der Forest Stewardship Council bekannt wurde, orientierten wir uns an den Prinzipien einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Längst schützen wir die bestehenden natürlichen Regenwälder. Damit kommen wir den Zielen der costa-ricanischen Regierung nach, Vorreiter im Umweltschutz zu werden. Unsere Angestellten werden gut bezahlt und sind sozial abgesichert.

Worauf achten Sie, wenn Sie den Grund und Boden für eine neue Plantage auswählen?

Manuel Solis Corrales: Es kommt auf eine ganze Reihe von Faktoren an: auf die Grösse der Plantage, die Fruchtbarkeit des Bodens und dessen Säuregehalt, auf den jährlichen Niederschlag und die Dauer der Trockenzeit. Ausserdem muss das Gelände gut erreichbar und in eine intakte Infrastruktur eingebunden sein.

Weshalb bietet sich das Gelände bei Aldea besonders für die Aufforstung an?

Manuel Solis Corrales: La Aldea ist gut angebunden und wir können die Plantage mühelos erweitern. In der sanft geschwungenen Landschaft versickert das Regenwasser gut. Auf der anderen Seite sind die Hügel nicht zu abschüssig, denn das mögen Teakbäume nicht.

Haben Sie im Laufe der Jahre, die Sie in Costa Rica als Forstexperte tätig sind, auch schon einmal schlechte Erfahrungen  gemacht?

Manuel Solis Corrales: Ja, denn ein Baum ist ein natürliches und kein maschinelles Produkt. Selbst wenn scheinbar alle Faktoren für eine erfolgreiche Anpflanzung gegeben sind, kommt es vor, dass die Teaks nicht gut gedeihen. Sogar Forstexperten sind in solchen Fällen manchmal überfragt. Glücklicherweise geschieht das sehr selten und nur in kleinen Gebieten. In der Regel tauscht man die Teaks dann einfach aus oder ersetzt sie durch eine andere Baumart.

Welche Faktoren beeinträchtigen das Wachstum von Teakbäumen oder gefährden sogar die Ernte?

Manuel Solis Corrales: Die meisten Risiken sind natürlicher Art. Deshalb gilt es, das Gelände besonders sorgfältig auszuwählen. Wir pflanzen nur in Gebieten, in denen weder Hurrikans noch Vulkanausbrüche, Überschwemmungen oder Ähnliches vorkommen. Zudem haben wir Feuerschneisen angelegt und für Angestellte und Besucher gelten strenge Brandschutzvorschriften. Sind die Teaks erst einmal drei oder vier Jahre alt, überstehen sie sogar Waldbrände. Darüber hinaus kontrollieren unsere Angestellten die Plantage ständig auf Krankheiten und Schädlinge. Sie melden jede Auffälligkeit, sodass wir umgehend Gegenmassnahmen ergreifen können.

Die Life Forestry Group garantiert ihren Kunden hohe Erntepreise beim Holzverkauf. Wie gelingt es Ihnen, besonders ertragreiche und qualitativ hochwertige Bäume zu kultivieren?

Manuel Solis Corrales: Ein Teakbaum strebt immer ans Licht. Pflanzt man die Bäume dicht beieinander, kämpfen sie um den „Platz an der Sonne“ und bilden gerade Stämme aus. Hinzu kommt, dass die ersten zwölf Meter das beste Holz geben. Je weniger Äste es hat, desto mehr ist es wert. Indem wir die Bäume häufig beschneiden, erhöhen wir die Qualität.

Könnten Sie uns einen Eindruck von der Arbeit auf der Plantage vermitteln??

Manuel Solis Corrales: Die Bewirtschaftung einer Teakplantage ist sehr arbeitsintensiv. Ein Angestellter ist bei uns für etwa 20 Hektar Wald zuständig. Er mäht zwischen den Bäumen, beschneidet sie, hilft bei der Ausforstung, hält die Strassen frei und repariert die Zäune.

 

  Ein Teakbaum strebt immer ans Licht (244,5 KiB, 1.195 hits)