Life Forestry erklärt, wie Bäume die Erosion aufhalten und warum das doppelt wichtig ist

Der Boden federt angenehm unter den Stiefeln, wenn Knut Radicke die mannshohen Teakbäume abschreitet. Von oben hat die Erde die typisch dunkelbraun-rötliche Färbung der Ackerböden in der Region Balzar und wird von den riesigen Blättern der Teaks überschattet. Würde man den Boden wie ein Tortenstück anschneiden, so könnte man jede Menge dichtes Wurzelwerk erkennen. „Das ist unser Erosionsschutz“, sagt Knut Radicke zufrieden. Der Agrar-Ingenieur ist Geschäftsführer von Life Forestry Ecuador und verantwortlich für die forstwirtschaftliche Betreuung von elf nachhaltig bewirtschafteten Teakbaumplantagen.

Je mehr Wurzelwerk sich in den Böden befindet und je tiefer die Wurzeln reichen, desto besser ist die Erde davor geschützt, von Sonne, Wind und Regenfällen ausgelaugt zu werden. Und Bodenschutz ist heute Chefsache – nicht nur auf den Plantagen von Life Forestry.

Bäume gegen Bodenverlust

Agrar-Ingenieur Knut Radicke ist Geschäftsführer von Life Forestry Ecuador. Bild: Life Forestry

Agrar-Ingenieur Knut Radicke ist Geschäftsführer von Life Forestry Ecuador. Bild: © Life Forestry 2015

Zwölf Millionen Hektar fruchtbares Ackerland gehen jedes Jahr weltweit durch Versteppung und Wüstenbildung verloren, hat die UNO errechnet. Land, das eine Vielzahl von Menschen ernähren und ihren wachsenden Bedarf nach Holz befriedigen könnte. Die Situation ist so ernst, dass die UNO 2015 das internationale „Jahr der Böden“ ausgerufen hat, um weltweit zum Kampf gegen Versteppung und Klimawandel aufzurufen.

Bodenrückgewinnung bei Life Forestry

Einer der schwerwiegendsten Gründe für die weltweite Versteppung ist die moderne Viehzucht. Knut Radicke hat häufig erlebt, welche Schäden an Grund und Boden eine extensive Weidewirtschaft anrichten kann. „Erst werden die Naturwälder abgeholzt, dann werden Weiden angelegt und die Tiere darüber getrieben, bis der letzte Halm verschwunden ist.“ Wenn Life Forestry brach liegendes Land für eine neue Teakbaumplantage kauft, werden häufig Flächen angeboten, auf denen vorher Viehzucht betrieben wurde. Die Böden sind zu diesem Zeitpunkt so versalzen oder ausgelaugt, dass sie für den Feldbau nicht mehr geeignet sind. Bevor wir die jungen Teakbäume pflanzen können, müssen wir erst einmal dafür sorgen, dass der Boden wieder vernünftig Wasser aufnehmen kann und die nötigen Nährstoffe zugeführt bekommt. Diese „Bodenrückgewinnung“ dauert mehrere Monate und kann nur von sehr fachkundigen Forstwirten durchgeführt werden, die mit den chemisch-biologischen Aspekten von Böden und mit den Bedürfnissen von Teakbäumen bestens vertraut sind.

Erosionsschutz ist Klimaschutz

Die harte Arbeit macht sich jedoch bezahlt, und zwar für unsere Kunden ebenso wie für die globale Klimaschutzbilanz. Denn gesunde Böden sind nicht nur ein Garant für die weltweite Versorgung mit Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen, sie leisten auch als CO2-Senke exzellente Arbeit. So können die Baumplantagen von Life Forestry durchschnittlich 300 Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr der Atmosphäre entziehen.

Nachhaltige Baumplantagen: Leistungsfähige CO2-Senken

Der ökologisch beste Klimaschutz unter den Waldformen ist zweifelsohne der tropische Regenwald mit seiner enormen Artenvielfalt und seinem einzigartigen Ökosystem. Wenn man jedoch das Volumen an gebundenem CO2 misst, so schneiden tropische Baumplantagen erstaunlicherweise sogar besser ab. Das liegt daran, dass gut gepflegte, frei stehende Teakbäume viel schneller wachsen als ein dicht gewachsener Wald, in dem jeder Baum um sein Quäntchen Licht und Nährstoffe kämpfen muss. Nach einem Wachstumszyklus von 20 Jahren ist der Zeitpunkt für die Ernte unserer Teakbäume gekommen. Ähnlich wie in der Bio-Landwirtschaft gehen wir auch bei der Ernte möglichst schonend vor, um Schäden an den Böden zu vermeiden und sie für die nächste Generation vorzubereiten. Nachhaltige Forst- und Landwirtschaft ist eigentlich keine Hexerei – aber die Warnung der UNO zeigt, dass sie auch heute noch nicht selbstverständlich ist.