Rechnet sich Holz mehr als Gold? Das Team von Life Forestry Costa Rica würde diese Frage ohne Zögern mit ja beantworten. Als langjährige Mitarbeiter unserer Teakholzplantagen wissen sie, wie stark die globale Nachfrage nach dem nachwachsenden Rohstoff in den letzten Jahren gewachsen ist. Der Goldabbau hingegen ist in den letzten Jahren immer aufwendiger geworden. In Costa Rica hat man ihn im Jahr 2010 sogar ganz verboten – gegen Widerstand von höchster Stelle.

Schutzzonen und Biotope durchziehen die Teakplantagen von Life Forestry. Etwa ein Viertel der Flächen werden so von Life Forestry auf Dauer geschützt. (Bild: © Lifeforestry 2015 )

Der Wandel kam mit dem sogenannten „Crucitas“ Projekt: Noch im Jahr 1999 erneuerte die Regierung unter Präsiden Arias eine Kooperationsvereinbarung mit dem kanadischen Minenbetreiber Infinito Gold Ltd., bei der das Unternehmen die Rechte für den Betrieb einer Goldmine im Norden Costa Ricas erhielt. Das Gebiet umfasste eine Fläche von 202 Hektar unberührtem Urwald. Es war in der Nähe des Dorfs Las Crucitas de Cutris angesiedelt, in der Region Cerro Crucitas, also unweit vom Flussufer des Rio San Juan. Wer die Plantage La Martina I von Life Forestry besucht, müsste nur einige hundert Kilometer nach Norden reisen, um diesen historisch bedeutsamen Ort zu erreichen.

Ein Life Forestry-Mitarbeiter erinnert sich

Die ersten Bäume waren bereits gefällt, als die Opposition und Bürger des Landes auf die Risiken des Minenprojekts aufmerksam wurden. Der Verlust wertvoller Baumbestände und geschützter Tierarten war dabei nur einer von vielen Punkten, die der Öffentlichkeit Sorgen bereiteten. Um eine Feinunze Gold zu gewinnen, müssen bekanntlich Hunderte von Tonnen Gestein aus dem Boden geholt, zerkleinert und gefiltert werden. Dabei wird mit Zyankali versetztes Wasser in den Boden eingeleitet, das nicht nur das Gold, sondern auch giftige Schwermetalle freisetzt. Dr. Diego Perez, leitender Forstdirektor bei Life Foresty Costa Rica, erinnert sich: „Selbst bei den größten Vorsichtsmaßnahmen war nicht auszuschließen, dass giftiges Wasser in den Fluss gelangen würde – einem Fluss, der viele Menschen im Nachbarland Nicaragua mit Trinkwasser versorgt.“

Es folgte ein jahrelanges Ringen um die Einstellung des Minenprojekts, das erst nach dem Fortgang der Regierung von Präsident Arias zum Durchbruch führte. Im Jahr 2010 sprach der Kongress von Costa Rica endgültig einen Bann über den Goldtagebau aus. Tausende von Bürgern feierten.

Kurs auf eine nachhaltige Forstwirtschaft

Das Land Costa Rica hat sich mit derselben Konsequenz auch von seiner Rüstungsindustrie verabschiedet. Parallel dazu hat der Pionierstaat gezielt auf neue zukunftsfähige Wirtschaftszweige wie den Ökotourismus und die nachhaltige Forstwirtschaft gesetzt. Als Life Forestry 2006 seine ersten, 2003 gepflanzten, Plantagen aufbaute, existierte in dem waldreichen Land bereits eine moderne Forstwirtschaft mit sehr guten Handelsbeziehungen zu den großen Absatzmärkten in Südostasien. Was kein Wunder ist, denn China, Indien und andere aufstrebende Wirtschaftsmächte Südostasiens kaufen heute dreimal so viel Holz wie vor 15 Jahren. Gekauft wird fast alles, was Costa Rica an Holz produziert. Teakholz aus Plantagen ist dabei der große Favorit, denn in Südostasien gab es früher große natürliche Bestände an Teakholz, die heute fast vollständig abgeholzt oder unter Naturschutz gestellt sind.

Strenge Auflagen für Life Forestry Baumplantagen

Umso wertvoller ist es, dass die Forstwirtschaft in Costa Rica schon seit vielen Jahren gute Beziehungen zum FSC® pflegt. Denn dieser gewährleistet, dass Baumplantagen nach nachhaltigen Prinzipien bewirtschaftet werden und nicht selber zu Lasten von Mensch und Natur gehen. Auch die Baumplantagen von Life Forestry Costa Rica werden auf den Wunsch der Forstexperten hin regelmäßig von den internationalen „Baumprüfern“ zertifiziert. Darauf legt Life Forestry großen Wert, denn das Prüfsystem hilft dabei, schädliche Nebenwirkungen der Holzproduktion von vornherein zu minimieren.

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