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Auch Investoren und Holzkäufer sollten genau auf die Herkunft von Tropenholz achten. Bild: Life Forestry

Sie sollen gefälschte Managementpläne verwendet haben, die einen höheren Anteil an wertvollen Holzarten auswiesen als tatsächlich vorhanden. Life Forestry erklärt, was Anleger prüfen sollten, um solche Anbieter auszuschliessen. Und warum diese Schlagzeilen gut für seriöse Unternehmen sind.

Auslöser für die Schlagzeile war eine Purple Notice von Interpol. So werden Verlautbarungen genannt, über die die internationale kriminalpolizeiliche Organisation Informationen über Tatvorgehen, geheime Verstecke und Methoden von Kriminellen verbreitet und so Informationen und Zeugen sucht. In der von Interpol am 30. August veröffentlichten Purple Notice wird nach Holzlieferungen der drei in Brasilien ansässigen Unternehmen Pampa Exportações , K. M. Comercio Exportação de Madeiras und Jari Florestal gefragt, berichtete kürzlich der Europäische Wirtschaftsdienst EUWID. Hintergrund seien die im Jahresverlauf 2015 ermittelten illegalen Holzerntemassnahmen bei dem Tropenholz Ipe. Mithilfe von gefälschten Managementplänen konnten entsprechende Legalitätsnachweise auch für Ipe aus nicht für den Holzeinschlag frei gegebenen Waldgebieten nachgewiesen werden. Mit der Purple Notice versucht Interpol nun, die internationalen Beziehungen der drei brasilianischen Exporteure aufzudecken.

„Für uns ist jeder aufgedeckte Betrug im Zusammenhang mit Holz ein Erfolg“, sagt Lambert Liesenberg, Life Forestry Geschäftsführer. „Das zeigt Investoren, dass kriminelle Holzhändler auch erwischt und bestraft werden.“ Für private Anleger sei es umso wichtiger, vor einer Investition die richtigen Fakten zu prüfen, um einen seriösen Anbieter eindeutig identifizieren zu können. „Klären Sie folgende Fragen und fühlen Sie dem Anbieter auf den Zahn“, rät Liesenberg:

• Werden die Pflanzungen tatsächlich regelmässig FSC-zertifiziert, das heisst, wurden sie geprüft und in allen Punkte für zertifizierbar erklärt? (Es gibt Anbieter, die zwar mit dem Logo werben, aber „noch“ keine Zertifizierung vorweisen können – das kann jeder behaupten. Bitten Sie um einen Beleg.)
• Bietet der Anbieter Besuche vor Ort an, damit sich Anleger persönlich vom Fortschritt ihrer Investition überzeugen können?
• Ist die Unternehmensstruktur klar aufgebaut? Oder verlieren Sie angesichts abenteuerlicher Konstruktionen von Unter- und Nebengesellschaften den Überblick?
• Liefert der Anbieter regelmässig ein aussagekräftiges Reporting an seine Investoren (Fotos und Messdaten)?
• Gibt es Referenzen?
• Bezieht sich der Anbieter bei seinen Beispielen zur Renditeberechnung auf Zahlen seriöser Quellen (z.B. Teakpreise von FAO oder ITTO, namhafte Studien wie von CATIE etc.)?

„Werden diese Fragen umfassend und vollständig zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet, dann werden Sie auch ein gutes Gefühl bei diesem Anbieter haben“, meint Liesenberg. „Das ist wichtig, schliesslich geht es hier um einen langen Zeitraum. Und die Basis für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung ist gegenseitiges Vertrauen.“