Life Forestry begrüßt die neuen Möglichkeiten, illegal geschlagenes Holz zu identifizieren.

Life Forestry begrüßt die neuen Möglichkeiten, illegal geschlagenes Holz zu identifizieren.

Nach wie vor sind illegale Rodungen ein massives Problem, das den gesamten Holzhandel in Verruf bringt – zum Leidwesen aller nachhaltig agierenden Unternehmen. Deutsche Forscher haben eine gentechnische Methode entwickelt, um kriminellen Holzhändlern das Handwerk zu legen. Life Forestry begrüsst diese Entwicklung und erklärt das Verfahren.

Kommt das russische Lärchenholz tatsächlich aus der angegebenen Forstkonzession am Baikalsee? Oder handelt es sich bei der vorliegenden Probe um echtes Teak? Solche Fragen beantwortet das Thünen-Institut für Forstgenetik in Braunschweig mithilfe einer genetischen Landkarte, die Forscher aus Proben Hunderter von Bäumen aus der ganzen Welt erstellt haben.

Unterschiede im Erbgut erlauben genaue Lokalisierung der Herkunft

Wie das gelang? Die verschiedenen Baumarten haben sich in Millionen von Jahren evolutionär getrennt und dabei unterschiedliche genetische Merkmale entwickelt. Die Thünen-Forscher haben Tausende dieser Unterschiede im Erbgut systematisch identifiziert und erfasst. Aus der Kombination der Unterschiede lässt sich nun mit sehr hoher Genauigkeit vorhersagen, woher ein Holz tatsächlich stammt. Der Ursprung einer mongolischen Weisseiche etwa lässt sich bereits auf 200 Kilometer genau einkreisen.

„Das ist ein Riesenfortschritt“, freut sich Life Forestry Geschäftsführer Lambert Liesenberg. „Bis vor Kurzem blieb nachhaltig agierenden Plantagenbesitzern ja nichts anderes übrig, als den kriminellen Holzfällern nachts aufzulauern, um sich zu schützen. Mit den neuen gentechnischen Verfahren wird es für kriminelle Organisationen schwieriger, ihr illegal geschlagenes Holz zu exportieren.“

Erste Urteile gegen betrügerische Holzfirmen

Damit der Kampf gegen den Holzschmuggel tatsächlich gelingt, muss die Methode allerdings auch von den jeweiligen Behörden angewandt werden. In den USA wurde bereits die Holzfirma „Lumber Liquidators“ zu 13 Millionen Dollar Strafe verurteilt, weil sie ein Holz als ur-amerikanisch verkaufte, das laut Thünen-Analyse in Wahrheit jedoch aus einer russischen Provinz stammte, in der einige der letzten Sibirischen Tiger leben.

Liesenberg fordert: „Wir müssen diesem Etikettenschwindel ein Ende bereiten. Mittlerweile ist bekannt, dass der Holzschmuggel mit einem jährlichen Umsatz von 30 bis 100 Milliarden US-Dollar nach dem Drogenhandel und der Markenpiraterie die drittgrösste Einkommensquelle der organisierten Kriminalität ist. Der genetische Herkunftsbeweis ist ein solides Werkzeug, um dieses Problem zumindest in Teilen zu lösen.“