Seit über 15 Jahren entwickelt und betreibt der Forstexperte Ton Berends Edelholzplantagen in Mittel- und Südamerika, insbesondere in Costa Rica. In dieser Zeit war der Niederländer vor allem für institutionelle Investoren wie Fondsgesellschaften tätig. Als Direktor der Life Forestry Costa Rica S.A. bringt er seine langjährige Erfahrung und seine hohe Fachkompetenz heute in die Life Forestry Group ein.
Herr Berends, Sie bauen seit über 15 Jahren Teakholzplantagen in Costa Rica auf. Wie kamen Sie dazu?
Ton Berends: Anfang der 90er-Jahre wurde das Unternehmen, für das ich arbeitete, an einen grossen Konzern verkauft. Ich begann, über meine berufliche Zukunft nachzudenken. Damals las ich viel darüber, dass die Regenwälder in ihrer Existenz bedroht sind. Als ich von nachhaltig bewirtschafteten Plantagen hörte, überzeugte mich die Idee sofort. Bestechend war, Wälder auf finanziell profitable Weise zu retten. So liess sich das ökologische Engagement auf eine sehr viel breitere Basis stellen.
Weshalb engagieren Sie sich in Mittel- und Südamerika und wie fiel die Wahl auf Costa Rica?
Ton Berends: Generell ist das westeuropäische Klima für Tropenhölzer ungeeignet. Für den Standort Costa Rica habe ich mich aus verschiedenen Gründen entschieden: Es ist ein politisch stabiles Land mit einer friedlichen Geschichte. Die Böden sind fruchtbar und die Arbeitskräfte gut ausgebildet. Zudem überzeugten mich das Investitionsklima und die Haltung der Regierung zur nachhaltigen Forstwirtschaft. Nicht umsonst nennt man Costa Rica die Schweiz Zentralamerikas. Aber auch Länder wie Ecuador oder Brasilien eignen sich für Plantagen.
Wie lange haben Sie gebraucht, um „warm“ zu werden mit den Costa Ricanern? Worauf legen sie besonderen Wert? Was sollte man vermeiden?
Ton Berends: Es hat Jahre gedauert, bis ich den Eindruck hatte, die Costa Ricaner zu verstehen. Immer noch habe ich das Gefühl, komplett umschalten zu müssen, wenn ich zwischen Europa und Mittelamerika hin- und herreise.
Manchmal kann ich die Reaktionen der Menschen auch heute noch nicht nachvollziehen. Wer allerdings das Vertrauen der Landesbewohner gewonnen hat, kann gute Geschäfte mit ihnen machen.
Ein unverzeihlicher Fehler ist, sie wie dumme Menschen aus der Dritten Welt zu behandeln. Die meisten Costa Ricaner sind sehr gebildet und die Analphabetenrate ist verschwindend gering.
Als Forstexperte bringen Sie das gesamte fachliche Know-how ein. Nach welchen Kriterien wählen Sie die Finanzpartner für eine fruchtbare Zusammenarbeit aus?
Ton Berends: Entscheidend ist das finanzielle Stehvermögen. Unsere Partner müssen in der Lage sein, ein gesamtes Projekt gemeinsam mit uns zu stemmen. Nachhaltige Forstwirtschaft ist ein Langzeitgeschäft. Man benötigt ausreichend Reserven, um auf den Ertrag warten zu können.
Wie ist die Geschäftsbeziehung zu Life Forestry entstanden?
Weshalb haben Sie sich für Life Forestry als Partner entschieden?
Ton Berends: Bereits vor über zehn Jahren lernte ich einen der heutigen Direktoren der Life Forestry Costa Rica SA kennen. Über die Jahre hinweg diskutierten wir immer wieder über nachhaltige Forstwirtschaft und darüber, wie man am besten in diese investiert. Einen Tango tanzt man zu zweit, und wir haben uns füreinander entschieden.
Welche gemeinsamen Pläne verfolgen Sie in den nächsten Jahren?
Ton Berends: Wir planen, eine ganze Reihe von Plantagen und auf diese Weise eine kontinuierliche Produktion hochwertigen Teaks aufzubauen. Damit beliefern wir dann unser eigenes Sägewerk – eines unserer weiteren Zukunftsprojekte.
Mit wem haben Sie bislang zusammengearbeitet? Wer investiert in Teakholzplantagen?
Ton Berends: Ich habe mit vielen Menschen und Unternehmen in Costa Rica zusammengearbeitet. In den ersten Jahren war ich Auftragnehmer einer einheimischen Firma. So lernte ich, dort Geschäfte zu machen. Später gründeten wir unser eigenes Unternehmen und entwickelten eigene Plantagen. Die Grösse der Anpflanzungen reichte von 5.000 Euro bis über eine Million. Ausserdem entwickelten und bewirtschafteten wir Plantagen für professionelle Investoren wie Fondsgesellschaften. Einige erstreckten sich über mehrere Tausend Hektar.
Wie haben die Jahre in Costa Rica Sie persönlich geprägt?
Ton Berends: Auf jeden Fall habe ich ganz neue Erfahrungen gewonnen. Allerdings glaube ich nicht, dass ich ein anderer geworden bin. Ich habe eher mehr Menschenkenntnis gewonnen.
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Tags: ökologisch, Teakholz

